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Work-Life-Balance verzahnt Arbeit und Leben

Betriebliche Work-Life-Balance

Familie im Kreis

Eine sich verändernde Arbeits- und Lebenswelt stellt Unternehmen vor vielfältige Herausforderungen. Betriebliche Work-Life-Balance eröffnet allen Beteiligten neue Perspektiven und entlastet Führungskräfte.

 

Eine hohe berufliche Flexibilisierung in der Arbeitswelt, veränderte gesellschaftliche Strukturen sowie ein neues familiäres und soziales Selbstverständnis - berufliche und private Anforderungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. So möchten viele Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, Mütter wollen ohne schlechtes Gewissen ihren Beruf ausüben, pflegende Angehörige benötigen eine berufliche Entlastung. Dass Arbeit insgesamt stressfreier und privates Leben in größerer Werthaltigkeit erlebbar wird, darauf zielt eine ausgeglichene Work-Life-Balance ab, die weit mehr ist als die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie".

 

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance macht Menschen - Arbeitnehmer und Führungskräfte - insgesamt zufriedener und trägt zur Gesunderhaltung bei. Konkret werden negative Stressoren minimiert, die zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder bis zum Burnout führen können. Maßnahmen zur betrieblichen Work-Life-Balance reduzieren die Abwesenheitszeiten und Krankenstände, steigern die Arbeitszufriedenheit und Produktivität, senken die Personalfluktuation und tragen damit zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bei.

 

Betriebliche Maßnahmen zur Work-Life-Balance umfassen

  • Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Teilzeit, Elternzeit, Arbeitszeitkonten und Sabbatjahre

  • Arbeitsortflexibilisierung wie Home-Offices mit Telearbeitsplätzen

  • Angebote der Kinderbetreuung im Betrieb, Förderung der Betreuung

  • Seminare zur Gesundheitsprävention, Maßnahmen für eine altersgerechte Arbeitsgestaltung

 

Die genannten Möglichkeiten sind für größere Unternehmen organisatorisch umsetzbar, für kleinere bis mittelgroße Firmen können sie eine Herausforderung wegen der fehlenden Personaldecke besonders bei der Umsetzung von flexibleren Arbeitszeiten darstellen. Gerade kleinere Einheiten können jedoch aufgrund ihrer Überschaubarkeit flexibler reagieren und schaffen durch Angebote zur besseren Work-Life-Balance höhere Anreize für potentielle Arbeitnehmer.

 

An der Planung und Umsetzung der genannten Work-Life-Balance-Maßnahmen sollten Führungskräfte alle betroffenen Mitarbeiter beteiligen. Die Maßnahmen führen nur dann zu einem ausgeglichenen Ergebnis, wenn ihnen ein faires „Geben und Nehmen" zugrunde liegt. So sind in einem Team oder einer Abteilung auch die Wünsche von Arbeitnehmern ohne familiäre Verpflichtungen zu berücksichtigen. Außerdem trägt die Kenntnis der jeweiligen Prioritäten der beteiligten Personen zum Erfolg der Planungen bei: Während für den einen Arbeitnehmer das Privatleben am wichtigsten ist, hat für den anderen der Beruf Vorrang und für den dritten ist beides gleich wichtig.

 

Ganzheitliche Führung ist der Schlüssel zu einer betrieblich erfolgreichen Work-Life-Balance, wie Studien aus den USA belegen. Das heißt, die Führungskräfte berücksichtigen neben den beruflichen Qualifikationen auch die privaten und familiären Interessen der Arbeitnehmer. Sie verbessern mit dem ganzheitlichen Führungsstil das Betriebsklima und bauen ein echtes Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitern auf. Durch das Delegieren von Aufgaben und einen offenen Führungsstil tragen sie zudem zu ihrer eigenen Work-Life-Balance bei.

 

Folgende Maßnahmen kennzeichnen eine ganzheitliche Führung:

  • Kenntnis der betrieblichen und privaten Prioritäten im Team durch einen offenen Dialog mit den Arbeitnehmern

  • Förderung und Forderung der „ganzen" Person unter Berücksichtigung individueller Fähigkeiten zur Optimierung der Leistung

  • Schaffung einer Teamkultur mittels offener Gespräche und Diskussionen

  • Testen und Zulassen unterschiedlicher Ansätze der Arbeitszeitnutzung für eine gezielte Ergebnisorientierung

  • Anstreben höherer Flexibilität bei der Aufgabenbewältigung mit dem Ziel der Selbststeuerung der Arbeitnehmer

  • Streuung der Kompetenzen und Qualifikationen im Team zur Kompensation von Effizienzverlusten bei Arbeitsausfall

  • Förderung einer flexiblen, verlässlichen Arbeitsplanung zur effizienten Nutzung der Arbeitszeit und sicheren Erledigung terminierter Aufgaben

 

 


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