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Fruchtbarkeit bei Mann und Frau
Wann ist der Zeitpunkt günstig?
Fruchtbarkeit und Fortpflanzung - eigentlich die natürlichsten Vorgänge auf der Welt. Dennoch sind viele Hürden zu überwinden, bis eine männliche Samenzelle die Eizelle einer Frau befruchten kann. Viele Menschen halten eine Schwangerschaft für selbstverständlich und sind verwundert darüber, wie „zerbrechlich" der Prozess der Fortpflanzung ist.
Eine Frau kann nur an wenigen Tagen im Monat schwanger werden. Im Allgemeinen bildet der weibliche Körper einmal pro Monatszyklus eine reife Eizelle, die für etwa 24 Stunden befruchtungsfähig bleibt. Der exakte Termin des Eisprungs ist allerdings gar nicht so leicht zu bestimmen. Als Faustregel gilt: In einem 28-Tage-Zyklus liegt die günstigste Zeit für die Empfängnis zwischen dem 9. und 16. Tag. Falls eine Schwangerschaft nicht gleich eintritt, machen sich viele Paare meist unnötig Sorgen. Denn Wartezeiten sind keine Seltenheit. Ein Drittel aller Schwangeren musste länger als ein Jahr warten, bis sich eine Schwangerschaft einstellte.
Kann ich die Fruchtbarkeit beeinflussen?
Wenn Paare mit Kinderwunsch die fruchtbaren Tage dennoch genauer berechnen möchten, gibt es verschiedene Methoden, dies herauszubekommen.
Schleimmethode oder Billings-Methode
Mithilfe dieser Methode lässt sich der voraussichtliche Eisprung anhand der wahrscheinlichen Zyklusdauer berechnen. Generell kann man den Zyklus in zwei Phasen einteilen: vom ersten Tag der Blutung bis zum Eisprung und nach dem Eisprung bis zum ersten Tag der nächsten Blutung. Die letzte Phase dauert bei den meisten Frauen ziemlich genau zwei Wochen. Der Eisprung findet also 14 Tage vor dem erwarteten Termin ihrer nächsten Regelblutung statt.
Die Schleimmethode oder Billings-Methode
Diese Methode basiert auf der Tatsache, dass sich der Schleim am Muttermund kurz vor dem Eisprung verändert und damit zur Bestimmung der fruchtbaren Zyklusphase herangezogen werden kann.
Während der unfruchtbaren Phase ist der Schleim klumpig oder dickflüssig und bildet einen Pfropfen im Muttermund. Je näher der Eisprung rückt, desto flüssiger und klarer wird der Schleim. In der hochfruchtbaren Phase wird er "spinnbar", d. h. er lässt sich zwischen zwei Lagen von Toilettenpapier oder zwischen den Fingern zu Fäden ziehen. Hat der Eisprung stattgefunden, wird der Schleim wieder zäh bzw. verschwindet ganz. Aufgrund von Schwankungen des Hormonspiegels, der wiederum die Schleimproduktion beeinflusst, kann es aber wiederholt zu verstärkt auftretendem, "fruchtbar" wirkendem Schleim kommen, ohne dass ein Eisprung folgt.
Technische Hilfsmittel zum Erkennen der fruchtbaren Tage
Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe technischer Hilfsmittel für den Hausgebrauch, um die fruchtbaren Tage zu erkennen, wie z.B. "Babycomputer" und der Urintest. Auch ein Kombinationstest, der die Körpertemperatur elektronisch auswertet und durch Teststreifen den Hormonstatus erfasst, wird angeboten. Diese Hilfsmittel können die oben genannten Methoden ergänzen. Sie sind allerdings nicht unbedingt notwendig und außerdem verhältnismäßig teuer.
Kann ich die Fruchtbarkeit beeinflussen?
Die meisten Paare mit Kinderwunsch leben instinktiv bewusster: sie hören z.B. auf zu rauchen, essen gesünder usw. Schließlich soll das Baby von Anfang an rund um gesund sein.
Zu viel „ungesunder" Stress, eine unausgewogene Ernährung und Genussgifte können der Fruchtbarkeit schaden. Umgekehrt heißt das: Frauen und Männer können ihre Fortpflanzungsfähigkeit steigern, indem sie die Bedingungen für eine Schwangerschaft verbessern.
Folgende Tipps haben wir für Sie zu diesem Thema zusammengestellt:
- Stress: Gönnen Sie sich Urlaub oder machen Sie Entspannungsübungen, wenn der Stress im Alltag zu Erschöpfungszustand und Nervosität führt.
- Rauchen: Hören Sie am besten vorher auf zu rauchen. Nikotin schadet nachweislich nicht nur den Eltern, sondern auch in vielfacher Weise dem Kind.
- Kaffee, Tee und andere koffeinhaltige Getränke: Ein bis zwei Tassen sind akzeptabel.
- Alkoholkonsum: In den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung gilt das sogenannte „Alles-oder-nichts-Prinzip“: Der Embryo entwickelt sich normal – oder gar nicht. Werden seine Zellen zum Beispiel durch Alkohol stark geschädigt, kommt es zu einer (meist unbemerkten) Fehlgeburt. Bleiben sie intakt oder können durch andere Zellen ersetzt werden, bleibt die Schwangerschaft bestehen. (Quelle www.familienplanung.de)
- Schwermetalle: Wenn Sie im Beruf oder in anderen Situationen mit Blei, Cadmium und Quecksilber in Berührung kommen, raten wir Ihnen zu einem Test. Denn Schwermetalle können die Fruchtbarkeit mindern.
- Medikamente: Manche Medikamente können die Fruchtbarkeit einschränken. Fragen Sie dazu am besten Ihren Arzt.
- Über- oder Untergewicht: Essstörungen können bei Frauen zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit führen. Viele Ärzte und Beratungsstellen, die darauf spezialisiert sind, bieten den Betroffenen Unterstützung und Lösungswege.
- Überhitzung der Hoden: Männliche Fruchtbarkeit wird gemindert, wenn die Hoden überhitzt werden durch z.B. ausgedehnte heiße Bäder. Das Tragen von zu engen Jeanshosen hat übrigens die gleiche Wirkung auf die Fruchtbarkeit, weil der Hodensach nach oben gedrückt wird und es dadurch zur Überhitzung kommt!
- Röteln: Röteln in der Schwangerschaft können das Ungeborene schwer schädigen. Deshalb sollte sich eine Frau mit Kinderwunsch gegen Röteln impfen lassen.
- Ernährung: Ausgewogene Ernährung unterstützt den Körper und seine Funktionen, indem sie ihn mit lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.
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