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Diäten
Von Ananas bis Weight Watchers
Unterschiedliche Diäten verfolgen unterschiedliche Ansätze der Gewichtsreduktion. Eine Diät zur schnellstmöglichen Gewichtsabnahme lässt anfänglich zwar die Pfunde schmelzen, aber meist ist genauso schnell das Ausgangsgewicht wieder erreicht - wenn nicht sogar noch mehr. Schuld ist der "Jojo-Effekt".
Der "Jojo-Effekt" wird zum einen durch die radikale Unterversorgung mit Kalorien verursacht. Der Körper passt sich an die geringere Kalorienzufuhr an und schaltet auf „Sparflamme", um das Überleben zu sichern. Zum anderen wird während einer radikalen Diät neben Fett auch Muskelgewebe abgebaut, das überschüssige Energie verbrennt. Diese beiden Effekte zusammen sind der Grund für eine schnelle Gewichtszunahme, wenn am Ende der Diät die alten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten wieder aufgenommen werden. Daher empfehlen wir, eine Diät nur als Einstieg in eine langfristige allgemeine Veränderung des Essverhaltens zu betrachten. Für Kinder, Kranke und Schwangere sind Diäten im herkömmlichen Sinne ohnehin tabu.
Wir stellen Ihnen die bekanntesten Diäten vor und sagen Ihnen, wann der richtige Zeitpunkt zum Abnehmen ist:
Fasten als Diät
Was wird gegessen?
Bei einer Null-Diät wird extrem wenig bis gar keine Nahrung zu sich genommen. Es dürfen lediglich kalorienarme Getränke (z.B. Wasser, ungesüßte Kräutertees etc.) getrunken werden.
Worauf ist zu achten?
Auf jegliche „Genussgifte" wie Kaffee, Schwarzer Tee oder Nikotin muss verzichtet werden.
Nachteile:
Der Gewichtsverlust einer Null-Diät ist nicht höher als zwei Kilo in einer Woche. Fatal hieran ist, dass vor allem Muskelmasse abgebaut wird.
Fazit:
Mit der Null-Diät macht man sich das Leben nur unnötig schwer. Es erfolgt kein Lerneffekt was das Essverhalten angeht und die verschwundenen Kilos sind schneller wieder drauf, als einem lieb ist.
Was wird gegessen?
Es werden die gewohnten Lebensmittel gegessen - allerdings nur die halbe Menge!
Worauf ist zu achten?
Es muss konsequent die Hälfte der Nahrungsmenge gegessen werden.
Vorteile:
Die FdH-Diät ist eine sehr einfach durchzuführende Diät und es muss nicht auf Lieblingsessen verzichtet werden.
Nachteile:
Es gibt keinen Lerneffekt bezüglich gesunder Ernährung. Wer sich bisher einseitig ernährt hat und von wichtigen Nährstoffen wenig zu sich genommen hat, riskiert bei der FdH-Diät Mangelerscheinungen. Außerdem können Hungergefühle auftauchen und bei der Kontrolle der verzehrten Menge kann man sich leicht selbst betrügen.
Fazit :
Von einer langfristigen Durchführung ist abzuraten, da die Gefahr von Mangel- und Fehlernährung besteht.
Mono-Diäten am Beispiel "Ananas-Diät":
Was wird gegessen?
Es werden ausschließlich frische Ananas und Ananassaft (2-3 kg pro Tag) gegessen und getrunken.
Worauf ist zu achten?
Die Mono-Diät sollte nur für kurze Zeit durchgeführt werden und eignet sich keinesfalls als dauerhafte Nahrungsumstellung
Vorteile:
Den exotischen Früchten werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Grund hierfür sind die enthaltenen Enzyme, die sich positiv auf den Stoffwechsel und damit auf die Fettverbrennung auswirken. Zu Beginn purzeln die Pfunde nur so dahin und die Erfolgsaussichten zu Anfang sind sehr groß
Nachteile:
Der rasche Gewichtsverlust zu Beginn der Diät ist vor allem durch den großen Wasserverlust bedingt. Nach Beendigung der Diät kommt es häufig zum ungeliebten Jojo-Effekt und die verlorenen Pfunde sind genauso schnell wieder drauf.
Fazit:
Von der Diät ist abzuraten, da sie keinen Lerneffekt mit sich bringt. Bei längerer Einhaltung kann es zudem schnell zu Mangelerscheinungen kommen.
Formula-Diät
Was wird gegessen?
Mahlzeiten werden (teilweise) durch Fertigdrinks oder Nährstoffpulver ersetzt, die mit Flüssigkeit angerührt werden. Die maximale tägliche Kalorienmenge beträgt 1200 Kilokalorien (kcal) bei der ausschließlichen Ernährung durch Formula-Produkte.
Worauf ist zu achten?
Wenn nicht anders von einem Arzt empfohlen, werden einige Mahlzeiten durch Formula-Produkte ersetzt
Vorteile:
Die Formular-Diät ist einfach durchzuführen und garantiert eine schnelle Gewichtsabnahme. Sie eignet sich vor allem für stark übergewichtige Menschen
Nachteile:
Nachteilig ist vor allem, dass Formula-Diäten die dauerhafte Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten eher behindern als fördern - es sei denn, sie sind in begleitende Programme zur Umstellung von Lebensgewohnheiten eingebunden. Die Ernährung durch Formula-Produkte ist in der Regel teurer als mit normalen Lebensmitteln und die geschmackliche Eintönigkeit fördert nicht gerade das Durchhaltevermögen. Wegen der niedrigen Kalorienzufuhr passt der Körper die Stoffwechselfunktionen auf diesen „Hunger"-Status an. Daher folgt im Anschluss an eine Formula-Diät häufig der Jojo-Effekt.
Fazit:
Die Formular-Diät eignet sich vor allem für Menschen mit behandlungsbedürftigem Übergewicht (Adipositas-Patienten mit BMI > 30) als Einstieg in die Gewichtsreduktion möglichst unter ärztlicher Betreuung. Von einer dauerhaften Durchführung ist in jedem Fall abzuraten.
Glyx-Diät
Was wird gegessen?
Viele Obst- und Gemüsesorten, Vollkornprodukte und reine Milchprodukte mit einem niedrigen glykämischen Index.
Worauf ist zu achten?
Der so genannte Glyx (glykämischer Index) bezeichnet die Reaktion des Blutzuckers nach dem Essen und damit indirekt auch die Reaktion des Insulinspiegels im Körper.
Der glykämische Index gibt also an, wie lange es dauert, bis ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel verdaut und als Zucker ins Blut gelangt.
Vorteile:
Die Glyx-Diät beinhaltet meist eine ausgewogene Ernährung und die empfohlenen Lebensmittel sind gut sättigend.
Nachteile:
Die einzelnen Lebensmittel werden sehr isoliert betrachtet und die absolute Menge aufgenommener Kalorien wird vernachlässigt.
Fazit:
Studien konnten keine Unterschiede in der Gewichtsabnahme zwischen zwei Patientengruppen nachweisen, die sich mit günstigem bzw. ungünstigem glykämischen Index ernährt haben. Die Glyx-Diät scheint sich also nicht zur Gewichtsreduktion zu eignen.
Low-Carb-Diät (z.B. die Atikins-Diät)
Was wird gegessen?
Nach dem Grundsatz der Low-Carb-Diät (Wenige-Kohlenhydrate-Diät) bilden Eiweiß und Fett die Basis der Ernährung. Von Ihnen soll viel verzehrt werden, sodass Fleisch möglichst oft auf den Teller kommt
Worauf ist zu achten?
Kohlenhydrate stehen in der Theorie der Low-Carb-Diät unter Verdacht, die Ursache für Übergewicht zu sein. Daher wird die Zufuhr hiervon stark reduziert.
Vorteile
Einfach durchzuführen.
Nachteile
Ernährungsexperten betrachten die Low-Carb-Diät als eine Fehlernährung, die bei dauerhafter Anwendung schwere Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System und die Nieren haben kann. Außerdem treten zu Beginn der Diät häufig Muskelkrämpfe, Durchfall, Schwächeanfälle und Hautausschläge auf.
Fazit
Von der längeren Durchführung einer Low-Carb-Diät ist aus gesundheitlichen Gründen abzuraten.
Low-Fat-Diäten
Die meisten und bekanntesten Diäten gehören zu den Low-Fat-Diäten. Sie haben oft den Ansatz einer abwechslungsreichen Mischkost. Vorsicht sei aber vor zu wenig oder gar keiner Fettzufuhr geboten, denn der Körper braucht Fett für bestimmte Stoffwechselprozesse.
Was wird gegessen?
Die Brigitte-Diät sieht eine ausgewogene, vollwertige Ernährung mit vielseitigen, gut kombinierbaren Rezepten vor.
Worauf ist zu achten?
Die tägliche Kalorienzufuhr liegt zwischen 1000 - 1500. Man muss sich streng an die Rezeptvorgaben halten.
Vorteile:
Die Ernährung ist ausgewogen, sodass die Diät auch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden kann.
Nachteile:
Die Zusammenstellung des Einkaufs und Essens muss gut durchgeplant werden, was viel Zeit kostet.
Fazit:
Die Brigitte-Diät ist als dauerhafte Ernährungsumstellung geeignet. Eine langfristige Gewichtsreduktion ist zu erwarten.
Was wird gegessen?
Es dürfen maximal 30% der eingenommenen Kalorien aus Fett stammen. Ansonsten darf beliebig - aber möglichst ausgewogen - gegessen werden. Es wird nur gegessen, wenn man Hunger hat - nicht aus reiner Lust am Essen. Beim ersten Sättigungsgefühl soll die Mahlzeit beendet werden.
Worauf ist zu achten?
Das Ernährungssystem basiert auf Punkten, bei dem Mindestmengen vorgegeben werden.
Vorteile:
Es handelt sich um ein individuelles Online-Selbstlernprogramm. Online können sich die Teilnehmer jederzeit ausführlich austauschen und erhalten hierbei Ratschläge von Ernährungsspezialisten.
Das bisherige Essverhalten und die verwendeten Nahrungsmittel werden genauer unter die Lupe genommen. Hieraus leiten Experten individuelle Tipps zur gesundheitsbewussteren Ernährung ab.
Nachteile:
Die Teilnahme an dem Programm ist hauptsächlich etwas für Menschen, die gerne Zeit im Internet verbringen.
Fazit:
Die LowFett30-Diät lässt langfristige Erfolge erwarten und eignet sich als gesunde dauerhafte Nahrungsumstellung. Sogar ÖkoTest und Stiftung Warentest sind von diesem Diät-Programm überzeugt und beurteilten es als „sehr gut" bzw. als „uneingeschränkt empfehlenswert".
Was wird gegessen?
Unter Berücksichtigung von persönlichen Vorlieben wird eine ausgewogene, vollwertige Ernährung zusammengestellt. Es gibt also keinen festgelegten Diätplan.
Worauf ist zu achten?
Es finden wöchentlich Gruppentreffen statt.
Vorteile:
Das Durchhaltevermögen des Diät-Vorhabens wird durch den Austausch in der Gruppe gestärkt. Bei jedem Treffen wird das Körpergewicht dokumentiert und bietet daher eine gute Kontrolle. Der Ernährungsplan wird abwechslungsreich gestaltet.
Nachteile:
Die Teilnahme an dem Programm ist kostenpflichtig und eignet sich nur für Personen, die sich in Gruppen mit wechselnden Teilnehmern wohlfühlen.
Fazit:
Der Ernährungsplan eignet sich als dauerhafte Ernährung und lässt langfristige Erfolge erwarten.
Stoffwechsel-Diät (z.B. Metabolic Balance)
Was wird gegessen?
Es dürfen alle Lebensmittel gegessen werden, die dem jeweiligen Stoffwechsel-Typ zugeordnet worden sind. Der Kaloriengehalt, Fettanteil usw. spielen bei der Auswahl der Lebensmittel keine Rolle.
Der individuelle Stoffwechseltyp wird anhand von Blutprobe-Analysen ermittelt. Aus diesen Werten wird ein Speiseplan mit empfehlenswerten bzw. nicht-empfehlenswerten Lebensmittel erstellt.
Worauf ist zu achten?
Es muss sich streng an die vorgegebenen Lebensmittel gehalten werden.
Nachteile:
Die Teilnahme an dem Programm ist sehr teuer und nicht leicht umzusetzen, wenn man z.B. mittags in einer Kantine essen geht.
Fazit:
Die Stoffwechsel-Diät ist nicht empfehlenswert, da sie zum einen sehr teuer ist und zum anderen keine ausgewogene Ernährung garantiert.
Trennkost
Was wird gegessen?
Eine Mahlzeit besteht überwiegend aus kohlenhydratreichen oder eiweißhaltigen Lebensmitteln, kombiniert mit Obst und Gemüse. Auf Fett muss bei keiner Mahlzeit verzichtet werden.
Vollkornprodukte werden bevorzugt. Fleisch, Fisch und Käse, die zu den säurebildenden Nahrungsmittel gehören, dürfen nur in geringen Mengen gegessen werden. Zucker und Fertigprodukte sind z.B. verboten.
Worauf ist zu achten?
Lebensmittel werden nach Säure- und Basengehalt unterschieden. Trennkost-Diäten gehen außerdem davon aus, dass sich Eiweiße und Kohlenhydrate nur schlecht zusammen verdauen lassen.
Vorteile
Die Durchführung einer Trennkost-Diät setzt eine intensive Beschäftigung mit der Nahrung voraus. Menschen die sich bisher wenig mit den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln beschäftigt haben, können hier einiges lernen.
Nachteile
Der Ansatz der Trennkost-Diät, dass Eiweiße und Kohlenhydrate nicht zusammen verdaut werden können, kann wissenschaftlich nicht nachvollzogen werden. Es hat sich eher erwiesen, dass sich der biologische Wert von Eiweiß erhöht, wenn es in Kombination mit Kohlenhydraten aufgenommen wird.
Dass der Körper durch die Aufnahme von „sauren" Lebensmitteln übersäuert, stimmt ebenso wenig, da der Körper eine Art Selbstregualtionsfunktion hat.
Auch ist das hoch wissenschaftliche Tabellenwerk, das zunächst studiert werden muss, nicht jedermanns Sache.
Fazit
Eine Trennkost-Diät ist nur etwas für Menschen, die sich gerne intensiv mit Tabellen (Inhaltsstoffe von Lebensmitteln) beschäftigen und sich gerne an Vorgaben halten.
Durch eine Ernährung nach den Regeln der Trennkost lässt sich aber kein Gewichtsverlust nachweisen.
Der richtige Zeitpunkt zum Abnehmen
Eine Diät sollte gut geplant sein. Nicht nur die Art der Diät, sondern vor allem auch der Zeitpunkt des Beginns sollte gut durchdacht werden. Es ist eher ungünstig, eine Diät zu beginnen, wenn Änderungen des gewohnten Tagesablaufs (z.B. Urlaub) zu erwarten sind. Auch sollten Sie keine Diät in besonders stressigen Zeiten anfangen.
Aber natürlich lässt sich nicht auf alle Veranstaltungen (z.B. Feiern) Rücksicht nehmen. Wichtig ist, erst einmal anzufangen und dann auch durchzuhalten. Lassen Sie sich nicht von üppigen Festmahlen aus dem Konzept bringen. Aber gönnen Sie sich auch ab und zu mal eine Leckerei. Immerhin soll eine Diät schmecken und Spaß machen.
Hilfreich ist es, wenn Sie Ihre Diät-Pläne mit Ihrer Familie und näheren Umgebung besprechen. So erfahren Sie Unterstützung in Ihrem Vorhaben und vermeiden es, doppelt kochen zu müssen.
Viele weitere gute Tipps zum Thema Diäten finden Sie hier bei der Stiftung Warentest oder machen Sie mit bei unserem Online-Ernährungskurs LowFett 30.
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