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Ernährungsirrtürmer
Irren ist menschlich.
Doch wenn es um die Ernährung und vor allem um unsere Gesundheit geht, sollten wir besser gut Bescheid wissen. Daher räumen wir an dieser Stelle mit einigen der häufigsten Ernährungsirrtümer auf.
- Nichts essen - der schnellste Weg zur Wunschfigur
- Von „Light"-Produkten nimmt man nicht zu
- Vitamine kann man nicht genug bekommen
- Spinat enthält viel Eisen
- Abends essen macht dick
- Fett macht fett
- Margarine hat weniger Kalorien/Fett als Butter
- Frischgemüse ist besser als Tiefgekühltes
- Rohkost - in jedem Fall gesund
- Kartoffeln machen dick
- Frisches Brot ist ungesund
- Auf Steinobst soll man kein Wasser trinken
Nichts essen - der schnellste Weg zur Wunschfigur
Das stimmt so nicht. Wenn dem Körper keine Nahrung zugeführt wird, schaltet er auf „Sparflamme" und verbraucht weniger Kalorien. Der Abnehm-Effekt ist daher nicht so hoch, wie erwünscht. Bei einer ausgewogenen Diät dagegen muss der Körper „arbeiten", um die Nahrung zu verdauen. Das kostet Kalorien und führt zur Gewichtsabnahme. Und zwar schneller, als wenn man gar nichts isst.
Von „Light"-Produkten nimmt man nicht zu
Falsch! „Light" hört sich toll an. Und genau deswegen weisen viele Hersteller ihre Produkte inzwischen als Light-Produkte aus. Fakt ist: Der Begriff „light" ist gesetzlich nicht geschützt. Im Prinzip dürfte daher überall „light" draufstehen. Ein näherer Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich daher auch bei diesen so genannten „Light-Produkten". „Light" zeichnet eigentlich die Lebensmittel aus, deren Kaloriengehalt niedriger ist als das herkömmliche Produkt. Aber Vorsicht: Auch kalorienreduziert heißt noch lange nicht, dass man Unmengen davon verzehren sollte. So hat z. B. eine "Light"-Mayonnaise mit nur 50 % Fett immerhin pro 100 g noch fast 500 Kalorien.
Vitamine kann man nicht genug bekommen
Das ist so nicht richtig. Zwar ist es für eine gesunde Ernährung wichtig, viele Vitamine zu sich zu nehmen. Jedoch sollte man es damit nicht übertreiben, denn eine Überversorgung mit bestimmten Vitaminen kann der Gesundheit schaden, warnt die englische Lebensmittelbehörde Food Standard Agency (FSA). Die fettlöslichen Vitamine A,D, E und K gehören zu den Substanzen, die man nicht in großen Mengen und über einen längeren Zeitraum einnehmen sollte. Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sind noch die harmlosesten der unerwünschten Nebenwirkungen. So lange Sie aber nicht auf künstliche Vitaminzufuhr zurückgreifen, ist das Risiko einer Vitamin-Überdosierung äußerst gering.
Spinat enthält viel Eisen
Als Kind bekam man immer zu hören, dass Spinat wegen seines hohen Eisengehalts gesund sei. Doch inzwischen hat sich herausgestellt, dass Spinat gar nicht so eisenhaltig ist, wie lange Zeit angenommen wurde. Ursache der falschen Annahme war ein simpler Rechenfehler, der schon viele Jahrzehnte zurück liegt: Als ein Wissenschaftler den Eisengehalt von Spinat berechnete, war er von 100 g getrockneter Ware ausgegangen, die 35 mg Eisen enthielt. Da dieses Gemüse zu 90 Prozent aus Wasser besteht, bezog sich der Wert also auf ein Kilo Spinat. Dazu kommt noch die Tatsache, dass pflanzliches Eisen vom Körper schlechter verwertet wird als Eisen aus tierischen Nahrungsmitteln.
Abends essen macht dick
Viele Diäten beruhen nach wie vor auf dem Prinzip, nach 18Uhr nichts mehr zu essen. Wer's schon mal ausprobiert hat, war vielleicht von dem Ergebnis enttäuscht. Kein Wunder, denn fürs Gewicht ist es völlig egal, wann man isst. Viel wichtiger ist, wie viel und was man zu sicht nimmt. Und wer auf diese Weise doch schon mal abgenommen hat, bei dem lag's sicherlich auch nicht an der Uhrzeit. Sondern wohl eher an der Tüte Chips, auf die abends vorm Fernseher verzichtet wurde.
Fett macht fett
Fett ist nicht gleich Fett. Pflanzliche Fette sowie Fette aus Fisch sind für eine gesunde Ernährung sogar wichtig. Eine Studie ergab, dass die ungesättigten Fette aus Olivenöl dazu beitragen können, den Cholesterinspiegel (Blutfettgehalt) im Blut zu senken. Fett ist der energiereichste Nahrungsmittelbestandteil und damit der größte Kalorienlieferant. Ein Gramm Fett enthält neun kcal! Im Gegensatz dazu liefern Kohlenhydrate und Eiweiß nur vier kcal/Gramm. Es ist also durchaus sinnvoll, den Fettgehalt der Nahrung zu überprüfen.
Margarine hat weniger Kalorien/Fett als Butter
Falsch! Der Kaloriengehalt dieser beiden Fette ist fast identisch: 100 g Butter enthalten 754 Kalorien, 100 g Margarine 722 Kalorien, der Unterschied ist unbedeutend. Eine gute Alternative ist die Halb-Fett-Margarine. Und wer richtig am Fett sparen möchte, sollte einfach mal ausprobieren, weniger aufs Brot zu schmieren.
Frischgemüse ist besser als Tiefgekühltes
Gute Nachricht für all diejenigen, die bisher immer tief in die Tasche gegriffen haben, um sich mit teurem Frischgemüse - vielleicht sogar vom Markt - möglichst vitaminreich zu ernähren. Studien haben ergeben, dass Tiefkühlgemüse sogar gesünder sein kann als frische Lebensmittel. Das Gemüse aus der Tiefkühltruhe wird oft frisch vom Feld schockgefroren. Wichtige, licht- und luftempfindliche Vitamine bleiben so erhalten. Tiefkühlkost zu essen, ist deshalb nicht nur bequem, sondern auch gesund.
Rohkost - in jedem Fall gesund
So ganz stimmt das nicht. Rohkost ist teilweise schwer verdaulich. Es bleiben Nahrungsbestandteile im Darm zurück, die von Mikroorganismen vergoren werden. Die unangenehmen Folgen sind oft Blähungen und Verdauungsstörungen. Darüber hinaus können die Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel vom Körper besser verwertet werden, wenn sie gekocht worden sind, so z. B. das Beta-Karotin aus Karotte oder Tomate. Mit einer einseitigen Rohkosternährung tun wir uns also keinen Gefallen.
Kartoffeln machen dick
Dies ist eine böswillige Unterstellung. Denn die gute alte Kartoffel, mit der schon unsere Großmütter ihre Familien satt bekamen, ist viel figur-freundlicher als die meisten meinen. Eine Portion gekochter Kartoffeln enthält lediglich 105 Kalorien. Die gleiche Menge Pommes frites fallen dagegen mit stolzen 369 Kalorien sprichwörtlich ins Gewicht. Fazit ist daher: Nicht die Kartoffel selbst macht dick, sondern die Zubereitung mit zuviel Fett.
Frisches Brot ist ungesund
Wenn uns als Kind eingetrichtert wurde, dass frisches Brot ungesund sei, war dies lediglich ein Vorwand. Es sollte nur immer erst der „alte" Brotlaib verzehrt werden, ehe man den frischen anschnitt. Frisches Brot ist gesund. Die einzige Nebenwirkung des Verzehrs von frischem Brot ist, dass man Blähungen bekommen kann.
Auf Steinobst soll man kein Wasser trinken
Auch dieser Rat stimmt heute nicht mehr. Früher wies das Trinkwasser noch eine schlechtere Qualität auf - es enthielt deutlich mehr Keime. Zusammen mit viel Obst konnte es durchaus zu Magenproblemen kommen. Sie können heute also getrost ein Glas Wasser nach dem Verzehr von Obst trinken.
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