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Der Patient als souveräner Kunde?

Tipps für den Arztbesuch

Es gibt sie durchaus: Patienten, die mit Internet-Informationen ausgestattet nicht nur eine eigene Diagnose, sondern auch eine detaillierte Meinung über die richtige Therapie in die ärztliche Sprechstunde mitbringen. Erfüllt der Arzt nicht ihre Erwartungen und Wünsche, wechseln sie ihn einfach - so wie ein unzufriedener Kunde seinen Friseur wechselt. Aber ist das der Alltag in deutschen Arztpraxen? Sind Patienten heute souveräne, frei entscheidende Kunden?

 

Auf den ersten Blick hat sich die Beziehung zwischen Arzt und Patient in den letzten Jahren tatsächlich verändert. Ärzte gelten nicht mehr generell als unnahbare "Götter in Weiß", sondern müssen sich mit den wachsenden Ansprüchen ihrer mehr oder weniger gut informierten Patienten auseinandersetzen. Trotzdem ist ein Termin beim Arzt kaum mit dem Friseurbesuch oder anderen Dienstleistungen zu vergleichen.

 

Schon der Anlass für den Arztbesuch ist zumeist unangenehm: Wir fühlen uns unwohl, haben Beschwerden oder Schmerzen, vielleicht auch Angst vor einer schwerwiegenden Krankheit. Wir sind unsicher und wünschen uns vom Arzt eine schnelle und klare Diagnose, hoffen auf Rat und Hilfe eines medizinischen Experten. Selbst der gut informierte Patient und der aufgeschlossene Arzt sind in dieser Situation nicht gleichberechtigt. Ein leidender und auf Heilung hoffender Patient ist mitnichten ein souveräner Kunde, der frei entscheidet, welche Leistungen er in Anspruch nimmt. Dies gilt für den Arztbesuch und mehr noch für das Krankenhaus, wo insbesondere bettlägerige und pflegebedürftige Patienten zwangsläufig einen Teil ihrer Autonomie (Selbstständigkeit) verlieren.

 

Trotzdem haben Patienten in jeder Situation einen Anspruch darauf, als mündige Menschen behandelt und ernst genommen zu werden. Es steht ihnen zu, Fragen zu stellen und verständliche Antworten zu bekommen. Sie haben ein Recht darauf, nach allen Regeln der ärztlichen Kunst behandelt und über eventuelle Risiken aufgeklärt zu werden. Sie können eine zweite Meinung einholen und eine Behandlung ablehnen. Aber um diese Rechte einzufordern, brauchen Patienten Informationen, Selbstbewusstsein und manchmal auch ein bisschen Mut.

 

Was können Sie selbst dazu beitragen, um als "mündiger" Patient behandelt zu werden?


Einige Tipps dazu:

  • Bereiten Sie sich auf einen Arztbesuch gut vor. Überlegen Sie sich, was Sie fragen wollen und schreiben Sie sich die Fragen auf.
  • Wenn Sie die Erklärungen des Arztes nicht verstehen, fragen Sie nach, bitten Sie ruhig um eine einfache, verständliche Sprache.
  • Seien Sie im Gespräch mit dem Arzt so, wie Sie es auch von ihm erwarten: offen und ehrlich. Äußern Sie Ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Ängste. Wenn Sie etwa Bedenken gegen ein Medikament haben oder die Therapievorschläge des Arztes (z.B. Bettruhe) aus persönlichen Gründen nicht einhalten können, sprechen Sie das an, fragen Sie ruhig nach Alternativen.
  • Nutzen Sie zusätzliche Informationsquellen, um mehr über mögliche Hintergründe Ihrer Beschwerden zu erfahren, z.B. Broschüren, Zeitschriften, Bücher oder das Internet.
  • Insbesondere wenn Sie chronisch krank sind, z.B. Diabetes haben, müssen Sie lernen, im Alltag mit der Krankheit zu leben. Nutzen Sie Schulungs- und Beratungsangebote oder auch Selbsthilfegruppen, wo Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können.

 

Und so hilft Ihnen unsere BKK:

  • Zu vielen Gesundheitsthemen halten wir Broschüren und Informationen im Intranet und in Ihrem BKK-Kundencenter für Sie bereit.
  • In medizinischen Fragen können Sie sich rund um die Uhr bei INFOMED Rat holen, Telefon 0 18 03/20 25 25. Dieser medizinische Dienstleister berät Sie unabhängig und objektiv - wie eine Verbraucherberatung. Ärzte nehmen sich die Zeit, Sie ausführlich und verständlich zu beraten.
  • Bei langwierigen Erkrankungen berät Sie Ihr BKK-Betreuer gerne in Kooperation mit Ärzten und anderen Leistungserbringern über die optimale Versorgung.
  • Für einige chronische Erkrankungen (z.B. Diabetes und Asthma) bieten wir unseren Versicherten besondere Behandlungsprogramme
  • Bei ärztlichen Behandlungsfehlern bieten wir Ihnen Beratung und Hilfe.

 

Weitere Tipps und Adressen:

  • Patientenberatungsstellen: Über regionale Initiativen gibt die PatientInnenstelle in München Auskunft, Tel. 0 89/77 25 65.
  • NAKOS, Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, Tel. 0 30/8 91 40 19.

 

 


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