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Kopfschmerz hat viele Gesichter
auf die richtige Diagnose kommt es an
Er ist ungeheuer wandlungsfähig, kann in viele Gestalten schlüpfen: hämmernd, klopfend, bohrend, halb- oder beidseitig. Und er liebt es, sich an unterschiedlichen Orten aufzuhalten: im Stirn-, Schläfen- oder Nackenbereich. Vom Kopfschmerz ist hier die Rede, einem Leiden, mit dem nach Informationen der Deutschen Schmerzhilfe mehr als 20 Prozent aller Menschen in Deutschland zu kämpfen haben. Betroffen sind davon übrigens auch schon Kinder und Jugendliche: Experten schätzen, dass 300000 Schüler Dauerkopfschmerzen haben.
Kopfschmerz ist ein komplexes Thema, es gibt unzählige verschiedene Arten. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) geht von 160 unterschiedlichen Formen aus. Und für jede Variante bedarf es einer anderen Therapie, die genau auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sein muss. Denn Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz: Was bei dem einen wirkt, hat bei einem anderen Kopfschmerzkranken vielleicht überhaupt keinen Erfolg. Hier ist eine sehr penible, individuelle Analyse notwendig, wann, wie oft, und unter welchen Umständen ein Patient Kopfschmerzen bekommt und wie sich diese Schmerzen äußern. Für die richtige Diagnose ist der Arzt auf solche Hinweise angewiesen, die nur der Patient geben kann - je konkreter, um so besser. Denn von der korrekten Diagnose hängt die jeweilige Therapie ab. In einem Kopfschmerztagebuch lassen sich solche Beobachtungen sinnvoll dokumentieren.
Vier Arten von Kopfschmerz sind am weitesten verbreitet: Spannungskopfschmerz, Migräne, Clusterkopfschmerz und Kopfschmerz, der durch Medikamentenmissbrauch hervorgerufen wird. Jeder kann davon betroffen sein: Männer, Frauen, Kinder - Alte und Junge.
Die meisten Menschen klagen über Spannungskopfschmerzen. Vielfach stellen sich die ersten Symptome im Alter zwischen 20 und 30 Jahren ein. Mit zunehmendem Alter kann sich aus anfangs gelegentlichen Schmerzen ein chronischer Spannungskopfschmerz entwickeln. Charakteristisch für ihn ist ein dumpfer, drückender bis ziehender Schmerz, der im ganzen Kopf empfunden wird. Der normalerweise leichte bis mittelschwere Schmerz beginnt oft im Nacken oder in der Stirn, er kann sich aber auch vom Halsansatz im Nacken über den Hinterkopf bis zur Stirn ziehen. Manchmal strahlen die Schmerzen in die Augen oder die Wangen aus, die Augen werden müde, der Kopf schwer. Über die auslösenden Faktoren gibt es nur Vermutungen; eine verspannte Kopf- und Halsmuskulatur kann damit zu tun haben, aber auch eine erniedrigte Schmerzschwelle oder Stress.
Migräne, jener anfallartige, starke und typischerweise auf eine Kopfhälfte beschränkte Schmerz, kann Betroffenen das Leben zur Hölle machen. Beruflich und privat haben diese Menschen außerdem gegen einen Berg von Vorurteilen anzukämpfen. Der Schmerz ist pulsierend und wird bei körperlicher Anstrengung schlimmer, die Licht- und Geräuschempfindlichkeit verstärkt sich, Übelkeit und Erbrechen sind weitere Symptome. Welche Prozesse während eines Migräneanfalls im Körper ablaufen, ist noch nicht genau bekannt. Vorübergehende Veränderungen in der Weite von Blutgefäßen, Hormonschwankungen oder gestörte Funktionen von Nervenzentren könnten hier eine Rolle spielen. Mehr weiß man über die Faktoren, die unmittelbar eine Migräne auslösen können, doch darauf reagiert jeder Mensch natürlich anders: Stress, Hormonschwankungen, Inhaltsstoffe bestimmter Lebensmittel (Rotwein, Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte), unregelmäßiger Schlafrhythmus oder Wetterwechsel tauchen in dieser Liste auf.
Clusterkopfschmerz tritt zwar relativ selten auf, ist aber äußerst schmerzhaft. Der Name bezieht sich darauf, dass sich die Anfälle zu bestimmten Zeiten häufen. Betroffen sind vor allem Männer zwischen 30 und 50 Jahren.
Schmerzmittel sollen ja eigentlich Kopfschmerzen vertreiben, doch manchmal sind sie selbst die Ursache dafür. Zwischen 300000 und 500000 Menschen in Deutschland sind von diesen durch Medikamentenmissbrauch verursachten Schmerzen betroffen, wobei die Dunkelziffer hoch ist. Werden entsprechende Medikamente zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert eingenommen, kann es dazu kommen. Daher sollten Kopfschmerzmittel höchstens an zehn Tagen im Monat und maximal drei Tage hintereinander genommen werden. Ein Entzug empfiehlt sich nur mit ärztlicher Hilfe.
Sowohl vorübergehende, als auch chronische Kopfschmerzen lassen sich mit Medikamenten gut behandeln. Wer nur gelegentlich betroffen ist, kann es auch mit Hausmitteln (Wasseranwendungen wie z.B. kalt-warme Fußbäder oder ein entspannendes Vollbad, ätherischen Ölen, Kaffee mit Zitrone) oder Entspannungstechniken versuchen, bevor er zur Pille greift; Entspannung empfiehlt sich als ergänzende Maßnahme bei chronischem Kopfschmerz immer, z.B. die progressive Muskelentspannung nach Jacobson (fragen Sie uns nach qualitätsgeprüften Angeboten - wir beteiligen uns an den Kosten).
Auch vorbeugend lässt sich etwas tun: regelmäßiger Sport an der frischen Luft fördert die Ausdauer und wirkt sich positiv auf Körper und Psyche aus. Ist die Migräneattacke allerdings nicht mehr aufzuhalten, sind vor allem Reizabschirmung und Ruhe wichtig.
In jedem Fall sollte bei regelmäßig wiederkehrenden Kopfschmerzen von einem Arzt abgeklärt werden, ob nicht eine schwere Krankheit die Ursache dafür ist.
Weitere Infos unter
http://www.kopfschmerzforum.de/
http://www.migraeneliga-deutschland.de/
http://www.migraene-kopfschmerzen.de/
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